Kein Plastik im Versandhandel

Zukunftsgerecht polstern ohne Einweg-Polstermaterial aus KunststoffPlädoyer für eine ökologische Verpackungslogistik: Plastik im Versandhandel ist out.

Was Plastiktüten für den Einzelhandel sind, sind Plastikluftkissen für den Versandhandel. Während der Umweltfaktor „Plastiktüte“ immer wieder thematisiert wird, vermisse ich die gleiche Diskussion im Versandhandel. Warum verbrauchen wir wertvolles Erdöl für Einwegverpackungen aus Plastik? Weil es billig ist und wir kurzsichtig denken – doch es geht auch anders.

Dass Plastik für die Umwelt nicht freundlich ist, stellt das Umweltbundesamt anschaulich dar: Eine Plastiktüte belastet das Meer 10-20 Jahre lang, ein Pappkarton lediglich zwei Monate. Einweg-Tragetaschen sind vergleichbar mit Luftpolsterkissen- und folien, Pappkartons mit Polstermaterialien aus Papier. Die Schlussfolgerungen liegen klar auf der Hand – diese Daten lassen sich übertragen.

Aktuell ist Urlaubszeit und 63% der Deutschen verbringen ihren Urlaub an Nordsee, Ostsee oder dem Mittelmeer. Nach Erkenntnissen des Umweltbundesamts leiden nicht nur im Atlantik, sondern auch in der Nordsee zahlreiche Fischarten, Vögel, Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale unter dem Plastikeinfluss. Es erklärt weiterhin, dass sich dünne Plastikfolie in Mikroplastik zersetzt, in kleine Kunststoff-Teilchen mit einem Durchmesser unter 5 mm. Dieser Mikroplastik ist schwer abbaubar und schwebt im Meer, weil er eine ähnliche Dichte wie Wasser aufweist. Viele Tiere verwechseln Mikroplastik mit Nahrung und er gerät in die Nahrungskette. Und da Mikroplastik Schadstoffe in hoher Konzentration absorbiert, ist der ökologische Schaden umfassend und nicht zu begrenzen.

Seit April 2015 gibt es zwischen dem Bundesministerium für Umwelt und dem Handelsverband Deutschland eine Vereinbarung zur Verringerung des Verbrauchs von Kunststofftragetaschen. Sie ist bis heute freiwilliger Natur. Handelsunternehmen können frei entscheiden, welche Tragetaschen sie zu welchen Kosten ihren Kunden anbieten. Laut Verbraucherzentrale im Mai 2018 ist ein Verbot von Plastiktüten in Deutschland nicht zu erwarten. Dieses Jahr veröffentlichte die EU-Kommission die neue europäische Plastikstrategie. Europäer verursachen jedes Jahr 25 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle. Was nicht recycelbar ist, verteilt sich in der Umwelt, global. Ab 2030 sollen alle Kunststoffverpackungen auf dem EU-Markt immerhin recyclingfähig sein; schöner Vorsatz. Ich plädiere für neue Richtlinien für den stetig wachsenden Versandhandel : Ein Karton darf nur mit max. 20-30% Leervolumen versendet werden.

Auf dieser Basis ist dem Versandhandel sogar ein vierfacher Nutzen garantiert: weniger Handling-Zeit am Packplatz, geringere Verpackungskosten, bessere Volumenausnutzung des Lagers und niedrigere Transportkosten. Für die Umwelt bedeutet das: weniger LKWs auf den Straßen, dadurch eine geringere Co2-Belastung – und die Reduzierung von Einwegplastik.

Aber warum auf neue Richtlinien warten? Werden Sie schon jetzt ein Unternehmen mit Umweltbonus.

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