Papier – Zellstoff, lange Faser für hohe Festigkeit

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Papier Wellpappenrohpapier Holzfaser - nebeneinander: Holz, Zellstoff, FaserPapier Wellpappenrohpapier Holzfaser: Für die Herstellung von Wellpappenrohpapieren (z.B. Kraftliner) oder Papierrohstoffen (z.B. Halbzellstoff) werden Holzfasern benötigt. Der Primärrohstoff wird auch Frischfaser genannt. Als Rohstoffquelle werden Holzabfälle, überwiegend Bruch-, Durchforstungs- und Abfallholz der verschiedenartigsten Nadel- und Laubhölzer verwendet. Auch für importierte Wellpappenrohpapiere aus den USA, Kanada und Skandinavien  werden keine Wälder vernichtet. Seit 1920 wird für diese Industrie  eine  nachhaltige und geregelte Forstwirtschaft betrieben.

Drei Verfahren für drei unterschiedliche Faserprodukte:

  1. Holzschliff im mechanischen Verfahren
  2. Halbzellstoff im halbchemischen Verfahren
  3. Zellstoff, auch Zelluslose genannt, im chemischen Verfahren

Während der Holzschliff für die Herstellung von Wellpappenrohpapieren unbedeutend ist, wird aus Halbzellstoff Wellenpapier und aus (Sulfalt-)Zellstoff Kraftliner-Papier hergestellt. Zellstoff wird durch einen aufwendigen chemischen Aufschluß- bzw. Kochprozess, dem alkalischen Sulfatverfahren,  aus Holzschnitzeln gewonnen. Bei Temperaturen von 170° bis 190° Grad Celsius, die über vier bis sechs Stunden gehalten werden, lösen sich störende Bestandteile des Holzes (z.B. Lignin oder Harz)  teilweise aus dem Holz. Für weiße Deckenpapiere werden Bleichmittel eingesetzt,  im Herstellungsprozess wird Sauerstoff – kein Chlor – verwendet.

Heute besteht Wellpappe in der Regel aus recycelten Wellpappenrohpapieren. Beim Einsatz von Wellpapp-Verpackungen mit sehr hohen Beanspruchungen sind jedoch Kraftliner und Halbzellstoff unersätzlich. Für Verpackungen mit hoher  Festigkeit und geringerer Feuchtigkeitsaufnahme werden Papiersorten mit langen Holzfasern benötigt.

Papier Wellpappenrohpapier Holzfaser - Fasern unter dem Mikroskop

Die Zellstoffpapiere machen nur  knapp 30 Prozent der verarbeiteten Wellpappenrohpapiere aus. Eine wirtschaftliche Herstellung von Sulfat-Zellstoff ist nur bei großen Holzmengen und kurzen Transportwegen zu den Sulfatzellstoff-Fabriken möglich. Lange Transportwege mit entsprechend hohen Transportkosten machen eine Produktion von Halbzellstoff- und Kraftlinerpapieren unwirtschaftlich. In Deutschland stehen die weit verstreuten Holzeinschlagsgebiete mit den geeigneten Holzarten nicht in ausreichender Menge zur Verfügung.  Daher importieren deutsche Wellpappenhersteller diese Papiere vornehmlich aus Skandinavien, USA oder Russland.