Frustrierend – Frustfreie Verpackung

Amazon Frustfreie Verpackung - Bindus steht zwischen zwei Haufen VerpackungsmüllIm Jahr 2009 hat der Online-Versandriese Amazon dem „unnötigen Verpackungswahn den Kampf angesagt“ und die mehrjährige Initiative „Amazon Frustfreie Verpackung“ gestartet. Amazon hat zu Recht erkannt, dass die klassische Produktverpackung für den Einzelhandel zugeschnitten und in vielen Punkten für den Onlinehandel ungeeignet ist.

Im Ladengeschäft präsentiert sie sich schick bedruckt mit möglichst viel Einblick als Eyecatcher. Im Versandhandel spielt dagegen die Aufmachung der Produktverpackung nur eine sekundäre Rolle. Hier sollte der Fokus auf einer Transportlösung liegen. Hersteller könnten dem wachsenden Onlinehandel eine einfache, zweckmäßige, umweltfreundliche Verpackung anbieten.

Wo steht Amazon heute?

Sechs Jahre nach Ankündigung der Bemühungen werden inzwischen, laut Gründer und CEO Jeff Bezos, über 200.000 Produkte in frustfreien Verpackungen angeboten. Allerdings hat der Käufer bei einigen Artikeln die Wahl zwischen frustfreier Verpackung und Standardverpackung. Warum, frage ich mich, denn das stellt eine konsequente Haltung gegen unnötige Verpackung in Frage. Ich habe dadurch immerhin die Möglichkeit beide Verpackungsoptionen zu vergleichen, um den Unterschied zu erkennen und zu begutachten.

Zum Beispiel SD-Karten,  sie werden bei Amazon in einer Standard und einer frustfreien Verpackung angeboten. Beim Standard wird die SD-Karte in einer beidseitig bedruckten Kartonverpackung durch ein Tiefziehteil aus Folie gehalten. Der Aufdruck auf dem Karton gibt wichtige Informationen und Hinweise über das Produkt. Zum Auspacken der SD-Karte soll der Karton aufgeschnitten, die Folienhalterung entnommen und das rückseitige Silikonpapier entfernt werden. Ein Test zeigt, dass der Karton auch aufgerissen werden kann. Das Ganze funktioniert erstaunlich frustfrei.

Amazon Frustfreie Verpackung

Bei der frustfreien Verpackung wird die SD-Karte in der Folienhalterung direkt in einer Versandtasche, ohne bedruckte Kartonverpackung, verschickt. Informationen und Hinweise zum Produkt gibt es separat auf einem Beipackzettel. Die Versandtasche wird durch das Aufreißen einer Perforation geöffnet. Die SD-Karte kann, wie bei der Standardverpackung,  aus dem Tiefziehfolder entnommen werden.  Leider verschickt Amazon diese Versandtasche mit der SD-Karte nicht direkt, sondern verpackt sie noch einmal in eine größere Versandtasche, wie üblich mit Lieferschein und Werbung.

Das Ergebnis meiner Untersuchung

Die Standardverpackung bringt zehn Gramm auf die Waage und die sogenannte frustfreie Verpackung mehr als doppelt so viel, nämlich insgesamt 22 Gramm. Beide Sendungen lassen sich frustfrei öffnen.

Da fehlen mir die Worte. Außer: Was für ein frustrierender Verpackungswahnsinn.

4 Kommentare zu “Frustrierend – Frustfreie Verpackung

  1. privatelabeljourney

  2. blog.BE - Galileo – zuviel Luft recherchiert

  3. Sehr schöner Artikel. Sind das auf dem Bild die aktuellen Verpackungen von Amazon? Ich bestelle gerne im Internet und mir wird oftmals in normalen Kartonschachteln oder Versandtaschen geliefert. Bis jetzt kam immer alles ordentlich an. Ihr Fazit ist auf jeden Fall schön zu lesen und ich stimme dem auch zu. Das ist ja wie eine Verpackung für eine Verpackung =)

    • Vielen Dank für Ihr positives Feedback. Für meine Artikel beurteile ich immer aktuelle Verpackungen. Auch ich bestelle viel über das Internet, weil ich es schon aus beruflichen Gründen sehr spannend finde, wie die Ware verpackt und geliefert wird. Häufig sehe ich hier noch Optimierungspotenzial, welches ich dann das ein oder andere mal durch meinen Blog oder Kolumnenartikel im PackReport zum Ausdruck bringe.

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